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Unterschied Kodierung des ICD P.37 zu P.39

S 1 KR 431/18
Sozialgericht Aachen
28.04.2021

In diesem Urteil vom 28.04.2021 beschäftigt sich das Sozialgericht Aachen mit der Kodierung der Nebendiagnose P37.( sonstige angeborene infektiöse und parasitäre Infektionen) im Vergleich zu Kodierung des OPS P39 ( Sonstige Infektionen, die für die Perinatalperiode spezifisch sind).

In dem strittigen Fall hatte die Beklagte P37.9 kodiert und hatte sich insbesondere darauf berufen, dass sich innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt erhöhte Infektionsparameter im Blut, durch Fieber, Keimnachweis oder andere klinische Symptome offenbarten und damit im zeitlichen Rahmen der durch. Ziff. 1602a der Deutschen Kodierrichtlinien ( DRK) definierten Perinatalperiode. Zudem berief sich der beauftragte Sachverständige ergänzend darauf, dass bei Kodierung des OPS P.37 eine Infektion durch einen spezifischer Erreger, Pilze oder Parasiten verursacht wurde und daher auch eine spezifischere Therapie benötigen würde. Für P.39 würde eine bakterielle, für die Perinatalperiode typische meist leichte Infektion vorliegen.

Im vorliegenden Fall wurde das Neugeborene aufgrund der Verdachtsdiagnose einer Infektion sieben Tage lang antibiotisch behandelt. Verdachtsdiagnosen sind solche, die am Ende eines stationären Aufenthalts weder sicher bestätigt noch sicher ausgeschlossen werden können. Dieser Umstand lässt laut Gericht auf eine Kodierung des OPS P.39 schließen, da es keine Anhaltspunkte für eine andere spezifisch „angeborene“ Infektion gibt. Maßgeblich für die Unterscheidung ist laut der Kammer allerdings das Attribut „angeboren“ Angeboren bedeutet zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden und entgegen der Auffassung der Beklagten kommt es nicht darauf an, wann und ob während der Perinatalperiode Zeichen einer Neugeborenen –Infektion erkannt worden sind. Eine nosokominalen Infektion tritt erst nach der Geburt im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung auf. Ein Sonderfall bietet daher allerdings P.39.2, der in diesem Fall allerdings irrelevant ist, so das Gericht. Das gilt ebenso für die systematische Auslegung des OPS- in diesem Fall- , dieser sei hier eng am Wortlaut auszulegen.

Abschließend sei hier das Merkmal einer angeboren, also vor Geburt auf irgendeine Weise erworbene Infektion, nicht erfüllt. Ein weitergehender Verdacht reicht daher nicht aus. Die Klage ist somit begründet und P.39. ist korrekt zu kodieren.

Primäre Fehlbelegung bei starker Kopfschmerzsymptomatik einer Achtjährigen

L 16/4 KR 56/19
Landessozialgericht Niedersachen-Bremen
19.05.2020

Im vorliegenden Fall sah das Gericht die Berufung der Beklagten als zulässig und begründet an. Die achtjährige Versicherte litt seit einem Jahr unter starken Kopfschmerzattacken, vor allem nach dem Sport, weshalb sie vom 22. Mai bis zum 24. Mai im Krankenhaus zur weiteren Diagnostik stationär aufgenommen wurde.

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B 1 KR 12/20 R - Verlegung in ein anderes Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden

B 1 KR 12/10 R
Bundessozialgericht
27.10.2020

Das BSG beschäftigte sich vorliegend mit dem Begriff der Verlegung. Die Parteien stritten darüber, ob das Kriterium der "Verlegung innerhalb der nächsten 24 Stunden" erfüllt worden sei. Die Versicherte wurde vom 20.09.2013 bis zum 1.20 2013 vollstationär behandelt. Am 01.10 wurde sie um 12:53 Uhr entlassen und am 02.10 um 10:14 Uhr wegen einer psychischen Störung in einer anderen Klinik stationär aufgenommen.

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B 1 KR 25/20 R - Behandlungsalternativen i. S.d. § 137c Abs. 3 Satz 1 SGB V

B 1 KR 25/20 R
Bundessozialgericht
25.03.2021

Das Bundessozialgericht beschäftigte sich hier mit der Auslegung des § 137c Abs. 3 Satz 1 SGB V. Die Klägerin rügte im Vorfeld eine Verletzung des § 137c Abs. 3 Satz 1 SGB V und des Art. 3 Abs. 1 GG. Voran gegangen waren zwei durchgeführte Liposuktionsbehandlungen. Das BSG bejahte zwar, dass die durchgeführten Behandlungen nicht dem allgemeinen Qualitätsgebot des § 2 Abs. 1Satz 3 SGB V, aber verwies gleichzeitig darauf das § 137c Abs. 3 SGB V diesen partiell einschränkt.

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S 15 KR 1828/17 Anspruchsverlust des Krankenhauses bei Nichteinhaltung der Qualitätsanforderungen

S 15 KR 1828/17
Sozialgericht Stuttgart
23.06.2021

Mit diesem Urteil vom 23. Juni 2021 hat das Sozialgericht Stuttgart entschieden, das sofern das Krankenhaus die zwingenden Qualitätsanforderungen der MHI-RL nicht eingehalten hat, es seinen Vergütungsanspruch verliert.

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S 12 KR 1067/17 Sekundäre Fehlbelgung bei komplexem psychatrischem Krankheitsbild

S 12 KR 1067/17
Sozialgericht Ulm
29.06.2020

Das Sozialgericht Ulm verneinte in seinem Urteil vom 29.06.2020 eine sekundäre Fehlbelegung bei zwei psychatrischen Krankheitsbildern der Versicherten. Die Versicherte litt an sozialen Phobien und rezidivierenden depressiven Störungen. Die Notwendigkeit einer teilstationären Behandlung der Versicherten bestand auch im Zeitraum vom 04.07.2015 bis 17.07.2015.

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